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Motoröl ist essenziell für die Schmierung und den Schutz eines Verbrennungsmotors. Es sorgt für geringere Reibung, Kühlung der beweglichen Teile und verhindert Ablagerungen. Die Wahl des richtigen Motoröls ist entscheidend für die Lebensdauer und Leistung des Motors.
Sprechen wir also mal über Motoröl, seine Aufgaben, Viskosität, Klassifikationen, Wechselintervalle und häufige Fehler.
Aufgaben und Funktionen von Motoröl
Motoröl übernimmt mehrere kritische Funktionen im Motor:
✔ Schmierung – Reduziert Reibung zwischen beweglichen Teilen.
✔ Kühlung – Führt Wärme von Kolben, Pleuel und Kurbelwelle ab.
✔ Reinigung – Löst und transportiert Schmutz, Ruß und Metallpartikel.
✔ Korrosionsschutz – Verhindert Rostbildung an Metallteilen.
✔ Dichtwirkung – Unterstützt Kolbenringe und Ventildichtungen.
Ohne ausreichende Schmierung würde ein Motor durch Überhitzung und Materialverschleiß innerhalb kürzester Zeit Schaden nehmen.
Arten von Motoröl
Es gibt drei Haupttypen von Motoröl:
Mineralöl
- Wird aus Rohöl gewonnen und raffiniert.
- Günstig, aber begrenzte Temperatur- und Alterungsbeständigkeit.
- Geeignet für ältere Motoren oder Fahrzeuge mit niedrigen Anforderungen.
Teilsynthetisches Öl
- Mischung aus Mineralöl und synthetischen Komponenten.
- Bessere Hoch- und Tieftemperatur-Eigenschaften als Mineralöl.
- Wird oft in Standardfahrzeugen verwendet.
Vollsynthetisches Öl
- Künstlich hergestellt und optimiert für beste Leistung.
- Höhere Temperatur- und Oxidationsbeständigkeit.
- Empfehlenswert für moderne Motoren mit Turboladern oder Hochleistungsanwendungen.
Viskosität von Motoröl (SAE-Klassen)
Die Viskosität beschreibt die Fließeigenschaften eines Öls und wird nach SAE (Society of Automotive Engineers) klassifiziert.
Beispiel: SAE 5W-30
- 5W → Kaltviskosität (Winter), niedrige Zahl = bessere Fließfähigkeit bei Kälte.
- 30 → Viskosität bei Betriebstemperatur, höhere Zahl = dickflüssiger bei hohen Temperaturen.
Übliche SAE-Klassen:
| SAE-Klasse | Eigenschaften | Anwendung |
|---|---|---|
| 0W-20 | Sehr dünnflüssig | Moderne Motoren mit niedrigem Verbrauch |
| 5W-30 | Guter Kaltstart, gängige Wahl | Viele Benzin- und Dieselmotoren |
| 10W-40 | Ältere Motoren, weniger Ölverbrauch | Standard- und ältere Fahrzeuge |
| 15W-40 | Dickflüssiger, gute Dichtwirkung | Nutzfahrzeuge, ältere Motoren |
Die Wahl der richtigen Viskosität ist entscheidend, da zu dickes Öl im Winter den Start erschwert, während zu dünnes Öl im Sommer zu schlechterer Schmierung führen kann.
Motoröl-Spezifikationen und Freigaben
Neben der Viskosität muss ein Öl bestimmte Spezifikationen erfüllen. Diese werden durch Organisationen wie API, ACEA oder Automobilhersteller (VW, Mercedes, BMW, etc.) festgelegt.
Heutige Motoröle bestehen in der Regel nur noch zu ca. 40 bis 60% aus Öl. Der Rest sind diverse Additive, welche dafür zuständig sind den Motor von innen sauber zu halten, Ablagerungen zu vermeiden und aufzulösen, die Dichtungen elastisch zu halten und teilweise sogar erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer des Rußpartikelfilters haben können. Die benötigte Zusammensetzung der Öle wird durch die Motorenhersteller bestimmt und unter der entsprechenden Freigabenummer klassifiziert. Daher muss diese Freigabenummer immer beachtet und eingehalten werden, da andernfalls schwere Schäden an Triebwerk und Abgasstrang entstehen können.
API-Klassifikation (American Petroleum Institute)
- S-Klasse (Benziner) → z. B. API SN, API SP
- C-Klasse (Diesel) → z. B. API CJ-4, API CK-4
ACEA-Klassifikation (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles)
- A/B-Klassen → für Benziner und Dieselmotoren (z. B. ACEA A3/B4)
- C-Klassen → für moderne Motoren mit Partikelfilter (z. B. ACEA C3)
Herstellerspezifische Freigaben
Viele Hersteller haben eigene Anforderungen, z. B.:
- VW 504.00 / 507.00 → Longlife-Öle für VW, Audi, Skoda, Seat.
- MB 229.5 / 229.51 → Für Mercedes-Benz-Fahrzeuge.
- BMW LL-04 → Für BMW-Motoren mit Partikelfilter.
Achtung: Wie bereits erwähnt, immer die Freigabe in der Bedienungsanleitung checken, bevor man Öl nachfüllt, da andernfalls schwere Schäden entstehen können. Auch sollten niemals zwei unterschiedliche Ölsorten miteinander vermischt werden, da unter Umständen die Additive chemisch miteinander reagieren könnten.
In der Not kann man selbstverständlich auch das falsche Öl auffüllen. Jedes Öl ist besser als kein Öl. Nur dann sollte die nächste Fahrt direkt zur Werkstatt führen, wo dann ein Ölwechsel durchgeführt wird.
Motoröl-Wechselintervalle und Wartung
Wann sollte Motoröl gewechselt werden?
Die Wechselintervalle hängen von Motor, Fahrweise und Ölqualität ab.
Typische Intervalle:
- Konventionelles Öl: Alle 10.000 – 15.000 km oder 1 Jahr.
- Teilsynthetisches Öl: Alle 15.000 – 20.000 km.
- Vollsynthetisches Öl: Alle 20.000 – 30.000 km (Longlife-Öl).
Achtung: Hierbei handelt es sich nur um grobe Richtwerte! Der Ölwechselintervall wird vom Motorenhersteller vorgegeben und hängt auch von vielen anderen Faktoren ab. So verlängert sich der Wechselintervall umso größer die Ölfüllmenge ist, da es länger dauert bis die gesamte Ölmenge einmal durch dem Motor gelaufen ist. Auch Größe des verwendeten Ölfilters, sowie innere Prozesse im Motor verlängern oder verkürzen den Wechselintervall. Es sind auf alle Fälle die Herstellervorgaben zu beachten!
Faktoren, die den Ölwechsel beschleunigen:
✔ Viele Kurzstrecken (Öl verdünnt sich durch Kraftstoffreste).
✔ Häufige hohe Drehzahlen oder Anhängerbetrieb.
✔ Starker Ölverbrauch oder Leckagen.
Motorölwechsel – Schritt für Schritt
Benötigtes Werkzeug & Material:
✔ Passendes Motoröl
✔ Ölfilter (empfohlen bei jedem Ölwechsel)
✔ Ölauffangwanne
✔ Steckschlüssel für Ablassschraube
✔ Drehmomentschlüssel
✔ Trichter und Lappen
Ablauf:
- Motor warmfahren (Öl fließt dann besser).
- Ölablassschraube öffnen, altes Öl in eine Wanne laufen lassen.
- Ölfilter tauschen (mit etwas neuem Öl benetzen).
- Ablassschraube mit neuem Dichtring einsetzen (nach Herstellervorgaben anziehen).
- Neues Öl einfüllen (überprüfe die Menge laut Handbuch).
- Motor starten, 2 Minuten laufen lassen, auf Lecks prüfen.
- Ölstand kontrollieren und ggf. nachfüllen.
Altöl fachgerecht entsorgen – niemals in die Umwelt kippen!
Häufige Fehler beim Umgang mit Motoröl
✖ Falsche Öl-Spezifikation verwenden → Kann Motorschäden oder Garantieverlust verursachen.
✖ Zu viel Öl einfüllen → Führt zu erhöhtem Druck und Schaum im Öl.
✖ Zu wenig Öl fahren → Erhöht den Verschleiß und kann zum Motorschaden führen.
✖ Ölwechsel zu lange hinauszögern → Ablagerungen und schlechtere Schmierung.
✖ Ölfilter nicht wechseln → Schmutzpartikel gelangen in das neue Öl.
Fazit
Fassen wir zusammen: Motoröl ist das Lebenselixier des Motors. Die richtige Ölwahl, regelmäßige Wechsel und das Vermeiden typischer Fehler sorgen für eine lange Lebensdauer und maximale Leistung.
Merke:
✅ Immer die Herstellervorgaben beachten.
✅ Regelmäßig den Ölstand kontrollieren.
✅ Wechselintervalle einhalten.
✅ Motoröl fachgerecht entsorgen.
Mit der richtigen Pflege läuft dein Motor zuverlässig und effizient – und spart langfristig Reparaturkosten!